Entstehung und Geschichte

Entstehug und Geschichte

Kleine Insel mit großer Vergangenheit

Bild Von Luis Ojeda Pérez – PD Old Scan, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2108417

Die Entstehung Gran Canarias

Die Entstehung Gran Canarias begann vor ca. 14 Mio. Jahren durch vulkanische Aktivität. Genauer gesagt durch untermeerische Vulkanausbrüche auf der Bruchzone der afrikanischen Platte. Ständige Lavaausschüttung in über 3.000 Metern Tiefe ließen die Kanarischen Inseln nach und nach, oder von Ost nach West, entstehen. Gran Canaria ist nach Fuerteventura ( 20 Mio Jahre) und Lanzarote (15 Mio Jahre) die drittälteste der Kanarschen Inseln.

Zeugen der Entstehung Gran Canaria sind auch heute noch gut zu erkennen. Da sich die Insel im Zentrum, dem heute erloschenem Vulkan Picos de las Nieves, zuerst erhob und immer weiter wuchs, besteht Cran Canaria heute vor allem aus den Ausläufern früherer Vulkanausbrüche. Diese Ausläufer, bestehend aus Bergen und Schluchten, ziehen sich gut erkennbar vom Zentrum zu den Küsten.

Satellitenaufnahme Gran Canarias von:Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=710732

Geschichte Gran Canarias

Die Kanarischen Inseln waren schön den Römern bekannt, diese nannten sie „Die glücklichen Inseln“ doch nach dem Untergang des römischen Reichs gerieten die Kanaren für fast 1.000 Jahre in Vergessenheit. In dieser Zeit waren die Inseln jedoch bereits von den Ur-Einwohnern, den sogenannten Guanchen, was „Mann von Teneriffa“ bedeutet, bewohnt und deren Zahl bis zum Beginn der europäischen Wiederentdeckung auf 20.000 bis 30.000 geschätzt.

Gran Canaria vor der Eroberung

Bis heute kann niemand mit Sicherheit sagen woher die ersten Einwohner Gran Canarias und der gesamten Kanarischen Inseln kamen. Die Inseln waren schon den Phöniziern die aus Cadiz stammten um ca. 1100 bis 800 v.Chr. bekannt. Jedoch sind diese als Auswanderer auszuschließen, da die Werkzeuge und Waffen, welche im Laufe der Zeit gefunden wurden, eher als primitiv einzustufen sind. Die wahrscheinlichste Theorie besagt, die ersten Ur-Einwohner stammen vom gerademal etwas mehr als 200 km entfernten Afrika und gehören dem Stamm der Berber an. Die Ur-Einwohner galten als friedliebend und waren bewandert in der Kunst des Fischens und der Landwirtschaft. Ebenso machten sie Jagd auf die heimische Tierwelt und kleideten sich gerne in deren Fälle. Ihre größte technologische Errungenschaft war die Herstellung von Töpferwaren ohne Töpferscheibe. Die Guanchen lebten im Einklang mit der Natur und sahen diese und ihre vielen Gesichter, Berge, Bäume etc., als heilig an. Die Guanchen lebten in Wohnhöhlen und einfachen Rundhäusern aus Stein deren Dächer aus Laub und Zweigen bestand. Jedoch waren die Häuser und Höhlen in der Lage Nahrungsmittel zu lagern. Der Frieden der Kanarischen Inseln endete mit deren Wiederentdeckung im Jahre 1312 durch den Genuesen Lancelotto Malocello, welcher Namensgeber der Insel Lanzarote ist. Dessen abgelieferter Bericht löste in Spanien und Portugal Euphorie aus und veranlasste die beiden Nationen ihre Flotten auf Beutezug zu schicken. Anfangs machten sie Jagd auf Felle, Eingeborene um sie zu versklaven und andere natürliche Ressourcen. Jedoch leisteten die Eingeboren erbitterten Widerstand und schlugen beide Fraktionen, sowie Freibeuter und Piraten immer wieder zurück.

Guanchenstatur auf Teneriffa

Spaniens Eroberungsfeldzug

Im Jahre 1402 machten die Spanier ernst und entsandten erstmals Truppen mit der Absicht die Kanarischen Inseln unter ihre Obrigkeit zu stellen. Der erste Eroberer namens Jean de Béthencourt schaffte es die Inseln Fuerteventura und El Hierro zu erobern, scheiterte jedoch am Widerstand der Guanchen auf den Inseln Gran Canaria und La Palma. Der zweite Versuch Spaniens die Kontrolle über Gran Canaria zu erringen führte der Eroberer Juan Rejón an. Nach erbitterten Kämpfen geriet einer der beiden Guanchen-Häuptlinge in die Hände der Invasoren. Der Häuptling Tenesor Semidan ließ sich nach seiner Gefangenname taufen und kämpfte von diesem Moment an für die Spanier. Der zweite Häuptling namens Doramas, welcher Herrscher über die Stadt Telde war, kämpfte bis zum bitteren Ende gegen die Invasoren wofür er noch heute von der Inselbevölkerung gefeiert und geehrt wird. Der frisch eingesetzte Insel-Gouverneur Pedro de Vera verkündete das Ende der Belagerung Gran Canarias am 29. April 1483, nach fünf Jahren Krieg und Elend vor allem für die Guanchen. Diese wurden versklavt, zwangsverheiratet und gezwungen zum Christentum zu konvertieren. Viele Guanchen nahmen sich lieber das Leben als den Eroberern zu dienen. Die Eroberten nahmen, nach und nach, die Kultur und Gewohnheiten der Eroberer an und so verschwanden die Guanchen als eigene Ethnie. Der militärische Führer der den letzten Widerstand auf Gran Canaria niederschlug war Alonso Fernández de Lugo, welcher ein Jahr nach Eroberung Gran Canarias auf der letzten freien Kanarischen Insel Teneriffa einfiel und diese 1496 in das spanische Reich einordnete.

De Lugo- Bild: Von Koppchen - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20386583

Nacheroberungszeit bis 19. Jahrhundert

Nach der Vollendeten Eroberung Gran Canarias begannen die Spanier damit Städte zu errichten. Die Grundsteinlegung der heutigen Inselhauptstand fand bereits im Jahre 1478 durch Juan Rejón statt und war bereits Ausgangspunkt wichtiger militärischer Aktionen im Krieg gewesen. Es wurde damit begonnen, Fläche für den Anbau von Zuckerrohr zu roden und so begann das Bild Gran Canarias und anderer Kanarischer Inseln sich zu verändern. Der Anbau von Zuckerrohr brachte jedoch nicht lange Wohlstand mit sich da die Plantagen in Südamerika wesentlich effizienter produzieren konnten. So wechselte man von Zuckerrohr zu Wein, welcher noch heute eine Bekanntheit in der Welt ist, ist die Vulkanerde äußerst reich an Mineralien. Gran Canarias Wohlstand lockte im 16. und 17. Jahrhundert Piraten und andere Neider an, welche jedoch alle an den Verteidigungsanlagen der Insel scheiterten. Einem holländischen Piraten gelang es jedoch mit seiner Flotte in Las Palmas de Gran Canaria einzufallen und teile der Stadt niederzubrennen, jedoch hielt sich der Schaden in Grenzen. Las Palmas de Gran Canaria wuchs über die Jahrhunderte so stark an, dass sie im Jahre 1820 zur Hauptstadt Gran Canarias erklärt wurde. Dazu trug auch die Entdeckung der Cochinilla-Laus bei, die für ihren roten Farbstoff bekannt ist und den Kanaren einen krassen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Einen Dämpfer verpasste ihnen die Entdeckung synthetischer Farbstoffe welche billiger in ihrer Herstellung waren und sind. Als die Kanarischen Inseln einem neuen wirtschaftlichen Problem gegenüberstanden, wurden diese von Isabella II. zur Freihandelszone erklärt, was den Inseln den Vorteil brachte die ein- und ausgeführten Waren mit einem eigenen Steuersatz zu belegen. In Folge dessen begann man in Las Palmas de Gran Canaria mit dem Bau des Hafens Puerto de La Luz, welcher nach 17 Jahren Bauzeit von der englischen Baufirma „Swanston & Company“ nach Plänen des von Gran Canaria stammenden Ingenieurs Juan de Leon y Castillo fertiggestellt wurde. Der Hafen galt schon nach seiner Eröffnung im Jahre 1902 als wichtiger Anlaufpunkt für Schiffe die den Atlantik durchqueren. Jedoch wanderten viele im Laufe dieser Wirtschaftskrise aus und suchten ihr Glück in Kuba und Venezuela sowie anderen spanisch-sprechenden Ländern.

Von Pepelopex - self-made from Image:Gran Canaria & Las Palmas & Gando & Maspalomas Lighthouse Old Map 1895.jpg, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2147317

20. Jahrhundert bis heute

Das 20. Jahrhundert war ein Auf und Ab für die Kanarischen Inseln. Wurde 1912 auf jeder Kanarischen Insel eine örtliche Selbstverwaltung etabliert, die den Inseln ein wenig Unabhängigkeit von Madrid brachte. Darüber hinaus, fand im Jahr 1927 ein Jahrhundertealter Konflikt sein Ende. Die beiden Inseln, Teneriffa und Gran Canaria, allen voran deren Hauptstädte Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife führen seit Jahrhunderten einen „Ich-bin-besser“ Konflikt an und lange Zeit galt Santa Cruz de Tenerife als Hauptstadt aller Kanarischen Inseln. Die Regierung in Madrid teilte die Kanaren in Provinzen auf und setzte Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife als deren Hauptstädte ein. Die Westprovinz Santa Cruz de Tenerife umfasst die Inseln La Gomera, El Hierro und La Palma sowie Teneriffa. Die Ostprovinz Las Palmas de Gran Canaria hat Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzerote inne. Als der Militär-Putsch 1936 angeführt von Francisco Franco von Teneriffa aus startet finden sich auf den Kanarischen Inseln Einrichtungen für Gegner des Putsches und Oppositionelle. Viele von ihnen wurden ermordet oder verschwanden. Der spanische Bürgerkrieg dauerte von 1936-1939 und endete mit dem Sieg Francos. Während des zweiten Weltkriegs hatten die Kanarischen Inseln erneut eine Strategische Wichtigkeit, doch verhielt sich Spanien während des zweiten Weltkriegs Neutral und ergriff für keine Seite Partei. Jedoch gibt es Berichte, dass in den dortigen Häfen U-Boote der Nazis betankt und instandgesetzt wurden. Nach dem Tod Francisco Francos im Jahr 1975 sprach sich der spanische König Juan Carlos I. für eine konstitutionelle Monarchie aus und so fanden am 15. Juli 1977 erstmals seit 38 Jahren demokratische Wahlen in Spanien statt. Nachdem sich die neu gewählte Regierung etabliert hatte, rückten die Kanarischen Inseln immer wieder in den Fokus der Parlamentarier. Fünf Jahre nach ihrer Wahl verleihen sie den Kanarischen Inseln den Status einer Autonomen Region und reihten sich damit zu den 16 anderen Autonomen Regionen Spaniens. Die ersten freien Wahlen der Kanarischen Inseln fanden erstmals am 08. Mai 1983 statt. Das gewählte Parlament tagte das erste Mal am 30. Mai 1983 und seitdem gilt der 30. Mai als Feiertag auf den Kanarischen Inseln und wird immer ausgiebig gefeiert.

Heute ist Gran Canaria für Millionen von Touristen jährlich ein beliebtes Reiseziel, lockt die Insel mit seinem großen Facettenreichtum. Die 14 Mikroklimazonen der Insel sorgen für eine unglaubliche Artenvielfalt an Pflanzen sowie für ein ganzjähriges angenehmes Klima. Die Strände locken Sonnenhungrige, die teils geschützten Buchten sorgen für Badespaß bei Jung und Alt und das Meer reizt Surfer und Wassersportler aller Art und aus aller Welt. Die diversen Häfen der Insel sind Anlaufpunkt für Schiffe aller Art, vom Boot bis zum Containerschiff ist alles dabei, letzteres findet man, glücklicherweise, nur im Hafen von Las Palmas. Diverse Anbieter finden sich in den Häfen Gran Canaris wo das Angebot von Angelausflug über Delphin- und Walbeobachtung bis hin zu Paragliding reicht. Möchte man lieber aktiv bleiben und die Insel erkunden, lädt einen Gran Canaria mit seinen 1.000 Kilometer Wanderweg zu ausführlichen Wanderungen und Entdeckungstouren ein. Genießt man lieber Strand, Luxus, Komfort und möchte auf keine erdenkliche Annehmlichkeit verzichten, steuert man den Süden Gran Canarias mit seinen in den ´70er und ´80ern errichten Ferienorten an. Diese präsentieren sich heute als Lieblingsziel der Touristen und wissen wie man den Gast richtig behandelt. Ebenso erfreut sich der Süden Gran Canarias größter Beliebtheit bei Angehörigen der LGBT-Szene was diverse Annehmlichkeit in diese Richtung unterstreichen. Gran Canaria hält für jeden das richtige bereit, je nachdem welche Art von Gran Canaria Urlaub man erleben möchte.

Francisco Franco, Ehemaliger Spanischer Ministerpräsident
Las Palmas de Gran Canaria